Am siebten Tage... - ein spiritueller Roman
Wenn du denkst, dass eine Reise zu sich selbst nur langweilig und öde sein kann, dann hast du dich getäuscht.
Begleite die Heldin auf ihrer Reise durch die geheimen Gärten, stehe mit ihr gemeinsam die Kämpfe durch, tauche tief ein in ihre Emotionen und Erkenntnisse.
Neugierig geworden?
Am siebten Tage … ISBN978-3-756514-53-3
Und dann auch noch Regen!
Ein lauter Knall ließ sie aufschrecken.
Ihr Herz raste, die keuchende, hektische Atmung ließ ihren Brustkorb beben. Ihr ganzer Körper zitterte. Sie hatte Angst, wahnsinnige Angst.
Was war das? War es ein Schuss? Hatte jemand auf sie geschossen? Hatte es jemand auf sie abgesehen? Sie würde sterben. Gewiss würde sie das. Bei dem Glück, das sie immer hatte.
Sterben? Sie wollte nicht sterben. Aber die Angst vor dem was war, lähmte sie, nagelte sie fest.
Eigentlich wusste sie ja gar nicht, was da war. Aber es musste fürchterlich sein, überwältigend.
Starr vor Angst lauschte sie nach allen Seiten.
War da jemand, etwas?
Noch immer hielt sie die Augen fest geschlossen, die Lippen aufeinandergepresst.
Sie saß auf der Erde, auf einem Stein, das konnte sie spüren. Die Arme hatte sie um ihre Knie geschlungen, das gab ihr etwas Halt.
„Mach dich klein, duck dich, versteck dich und schau nicht hin, dann geht das alles hier schnell vorbei. Ja nicht hinsehen, … nicht hinsehen. Wenn ich nicht hinsehe ist alles gut, … alles ist gut, … alles ist wieder gut.“
Sie redete sich leise gut zu, wie zu einem kleinen Kind. Versuchte sich zu beruhigen, nicht noch mehr in Panik zu verfallen. Wiegte sich langsam hin und her, immer vor und zurück.
Wie damals, als sie klein war. Damals, als sie zum ersten Mal allein zu Hause war und nicht schlafen konnte. Als sie sich die Decke über den Kopf gezogen hatte und im Bett kauerte. Weil doch sonst die Monster kamen, die in jedem Schatten lauerten. Unter der Decke war sie in Sicherheit gewesen, hatte sich geborgen gefühlt.
Aber hier gab es keine Decke.
Die Kälte des Bodens kroch langsam in ihr hoch. Sie spürte, wie ihre Beine zitterten, wie ihr ganzer Körper vor Kälte und Angst zitterte.
Diese eisige Kälte. Sie schien fast Gestalt anzunehmen. So als würde sie nach ihr greifen, ihre Klauen tief in ihren Körper schlagen und alles in ihr gefrieren lassen.
Ihr Herz raste, pumpte verzweifelt flüssiges Eis durch ihre Adern. Bald würde es selbst gefrieren, zu einem Klumpen Eis erstarren und dann…?
Nur nicht daran denken. Die Dunkelheit kam schon, um sie zu holen. Diese tiefe Dunkelheit, die jedes Licht aufsog, um es nie wieder heraus zu lassen. Und in den tiefsten Tiefen dieser Schwärze, da lauerte etwas, immer bereit sich auf sie zu stürzen und zu vernichten. Es, das Unsagbare, Unfassbare. Es, das alles in sich vereinte, was sie fürchtete. Lähmende Angst.
Sie wusste, dass sie nicht ewig hier würde bleiben können. Nicht, wenn sie überleben wollte. Also gut, sie würde sich dem stellen, was immer auch dort auf sie lauern würde. Oder besser doch nicht hinsehen und einfach hier sitzen bleiben? Hatte es denn überhaupt einen Sinn, sich anzustrengen, zu kämpfen?
„Ich kann das nicht!“, schrie es in ihr.
„Du wirst sterben, wenn du dich nicht bewegst.“
„Ich werde doch sowieso sterben.“
„Es soll endlich aufhören. Es soll alles gut sein.“
